Wenn der Josef Zotter mit seiner Familie im Urlaub in Thailand für Flüchtlingskinder kocht, sagt das viel über seine Einstellung und Glaubwürdigkeit auch als Unternehmer aus.

Es fehlt die Zeit zum Denken

Warum versagen die derzeit agierenden Wirtschaftskapitäne und Verantwortungsträger? Das sind doch top ausgebildete Leute. Hat wirklich keiner von ihnen vorhergesehen, wozu Gewinnmaximierung um jeden Preis führt? Viel Geld in möglichst kurzer Zeit verdienen. Dies scheint das erklärte Ziel unserer ganzen Gesellschaft zu sein. Sogar meine Tochter mit zwölf Jahren träumt schon davon. Und eben diesen Wunsch formulieren fast durchwegs auch meine Studenten. Was dann mit dem vielen Geld verwirklicht werden soll, konnten mir weder die Studenten noch meine Tochter spontan beantworten. Weder meine Tochter noch meine Studenten nehme ich bisher als unsozial oder gierig wahr. Wir haben es hier also mit einer Thematik zu tun, die über die Eliten hinausreicht und uns alle betrifft. Maximalem Druck ausgesetzt, versäumen wir, die Folgen unseres Handelns zu reflektieren und entwickeln mangels Außensicht blinde Flecken. „Speed kills“ bekommt vor diesem Hintergrund eine neue, nicht so schöne Bedeutung. Wäre es denn nicht ein guter Ansatz in der Gesellschaft, dem „Warum“, der Reflektion mehr Zeit und Wert zu geben? Wäre es da nicht ein guter erster Schritt in den jetzt viel diskutierten Ratings zu berücksichtigen, ob und wie viel Zeit im Jahr für Selbstreflexion aufgewendet wird? Ein Ansatz, wie ihn eigentlich jede Kultur und jede Religion in sich trägt und kennt. Wäre es nicht eine Wohltat für jeden einzelnen von uns zu wissen warum man etwas macht? Gastkommentar Robert Rogner Businessart

Robert Rogner zum Manifest

Die Unternehmer rund um das Bad Blumauer Manifestsehen ihren Beitrag darin Beispiel zu geben. Jeder von ihnen versucht sein System bestmöglich und individuell weiter zu entwickeln. Was sie als Unternehmer weitestgehend eint ist die Wertehaltung und das Bewusstsein in dem wie sie das tun. Die Methoden sind an das jeweilige Umfeld angepasst und zum Teil unterschiedlich und das ist gut so und wichtig. Was sie alle zutiefst ablehnen sind Dogmen zur Erreichung des Glücks oder von Ethik. Das halten sie für überholt. Das führt zur Vereinheitlichung und ist für sie kontraproduktiv. Jeder von ihnen kann Beispiel geben ohne aber den Anspruch auf die perfekte Lösung für alle und jeden zu erheben. Ihr Beitrag zu einer Verbesserung der Welt ist es, dass sie über ihr Tun versuchen neue Wirklichkeiten zu schaffen und das durch Vernetzung untereinander zu beschleunigen. Das ist es auch was sie anbieten können: Vernetzung und viele Beispiele aber keine Lösungen. Die muss sich jedes Unternehmen selbst, immer wieder neu erarbeiten. Die Kernaufgabe der Unternehmerin, des Unternehmers.

Die Belohnung wartet im Himmel


Die Belohnung wartet im Himmel

Die Wirtschaft hat einen klar definierten Auftrag und der lautet in möglichst kurzer Zeit mit möglichst wenig Risiko, möglichst viel Gewinn zu erzielen. Diesen Auftrag hat sie von ihren Geldgebern. Die Geldgeber sind Banken, Fonds, Beteiligungsgesellschaften und Aktionäre, die diesen Auftrag wiederum von den Menschen übernommen haben, die ihnen ihrerseits ihr Geld zur Verfügung gestellt haben. Das Rating eines Unternehmens und auch eines Landes  ist primär auf die Fähigkeit ausgelegt, wie gut es diesem gelingt diesen Auftrag zu erfüllen. Macht man das gut bekommt man ein gutes Rating und wird dadurch belohnt, dass man sich günstig Geld am Kapitalmarkt organisieren kann. Das gilt auch für Privatpersonen, wie man aus Gesprächen mit seinem Bankberater weis.

Unter Gewinn versteht man in unserem System monetären Gewinn, also Geldzuwachs. Das verführerische ist es, dass sich dieser Gewinn sehr leicht kurzfristig steigern lässt. Das Problem ist, dass dies immer auf Kosten anderer im System geschieht. Auf Kosten der Mitarbeiter, der Umwelt, der Gesellschaft, des Produktes, des Kunden und letztendlich – wie wir jetzt wissen – auch der Geldgeber. Die Folge ist ein Kollaps. Das System wird also primär aus der Perspektive des kurzfristig ausgerichteten Geldgebers getrieben. Der langfristige Geldgeber verliert ebenso.

Mit diesem Bewusstsein sollte es doch ein einfaches sein das alles zu ändern, oder? Hätten da nicht gerade Klein und Mittelständische Unternehmen im urbanen Raum die besten Vorsaussetzungen zu entsprechen?

Da gibt es auf Grund der Größe persönlichen Kontakt der Eigentümer/Geldgeber zu den Mitarbeiten, zum Produkt und zu den Kunden zum Teil bereits über Generationen. Was geschieht wohl, wenn ein Bäcker seinen Laden im Dorf Mitarbeiter abbaut, am Produkt spart, oder seinen Müll in den Dorfbach leitet? Der verliert sehr schnell an Reputation (Rating) und bekommt die Konsequenzen zu spüren.

Es zeigt sich, dass es gerade diese Unternehmen sind, welche jetzt am meisten leiden. Sie bekommen kein Geld mehr vom Kapitalmarkt. Argumentiert wird das über deren schlechtes Rating und da liegt der Hase im Pfeffer. Es gibt zwar ein breites Bewusstsein, das monetäre Gewinnmaximierung nicht zielführend ist, im Rating wird dem aber wie das Beispiel zeigt nicht Rechnung getragen.

Ein gutes Rating und damit günstige Finanzierungen erhalten nach wie vor jene, welche in möglichst kurzer Zeit mit möglichst wenig Risiko, möglichst viel Gewinn erzielen. Oder anders formuliert, nachhaltiges wirtschaften wird noch immer nicht honoriert. Es sei denn, man vertraut auf die Belohnung die einem dann der Herrgott im Himmel „hoffentlich“ anvertraut.


Die Wirtschaft hat einen klar definierten Auftrag und der lautet in möglichst kurzer Zeit mit möglichst wenig Risiko, möglichst viel Gewinn zu erzielen. Diesen Auftrag hat sie von ihren Geldgebern. Die Geldgeber sind Banken, Fonds, Beteiligungsgesellschaften und Aktionäre, die diesen Auftrag wiederum von den Menschen übernommen haben, die ihnen ihrerseits ihr Geld zur Verfügung gestellt haben. Das Rating eines Unternehmens und auch eines Landes  ist primär auf die Fähigkeit ausgelegt, wie gut es diesem gelingt diesen Auftrag zu erfüllen. Macht man das gut bekommt man ein gutes Rating und wird dadurch belohnt, dass man sich günstig Geld am Kapitalmarkt organisieren kann. Das gilt auch für Privatpersonen, wie man aus Gesprächen mit seinem Bankberater weis.

Unter Gewinn versteht man in unserem System monetären Gewinn, also Geldzuwachs. Das verführerische ist es, dass sich dieser Gewinn sehr leicht kurzfristig steigern lässt. Das Problem ist, dass dies immer auf Kosten anderer im System geschieht. Auf Kosten der Mitarbeiter, der Umwelt, der Gesellschaft, des Produktes, des Kunden und letztendlich – wie wir jetzt wissen – auch der Geldgeber. Die Folge ist ein Kollaps. Das System wird also primär aus der Perspektive des kurzfristig ausgerichteten Geldgebers getrieben. Der langfristige Geldgeber verliert ebenso.

Mit diesem Bewusstsein sollte es doch ein einfaches sein das alles zu ändern, oder? Hätten da nicht gerade Klein und Mittelständische Unternehmen im urbanen Raum die besten Vorsaussetzungen zu entsprechen?

Da gibt es auf Grund der Größe persönlichen Kontakt der Eigentümer/Geldgeber zu den Mitarbeiten, zum Produkt und zu den Kunden zum Teil bereits über Generationen. Was geschieht wohl, wenn ein Bäcker seinen Laden im Dorf Mitarbeiter abbaut, am Produkt spart, oder seinen Müll in den Dorfbach leitet? Der verliert sehr schnell an Reputation (Rating) und bekommt die Konsequenzen zu spüren.

Es zeigt sich, dass es gerade diese Unternehmen sind, welche jetzt am meisten leiden. Sie bekommen kein Geld mehr vom Kapitalmarkt. Argumentiert wird das über deren schlechtes Rating und da liegt der Hase im Pfeffer. Es gibt zwar ein breites Bewusstsein, das monetäre Gewinnmaximierung nicht zielführend ist, im Rating wird dem aber wie das Beispiel zeigt nicht Rechnung getragen.

Ein gutes Rating und damit günstige Finanzierungen erhalten nach wie vor jene, welche in möglichst kurzer Zeit mit möglichst wenig Risiko, möglichst viel Gewinn erzielen. Oder anders formuliert, nachhaltiges wirtschaften wird noch immer nicht honoriert. Es sei denn, man vertraut auf die Belohnung die einem dann der Herrgott im Himmel „hoffentlich“ anvertraut.

Gastkommentar von Robert Rogner
Wiener Zeitung
 

Playing for change

Stand By Me | Playing For Change | Song Around The World from Concord Music Group on Vimeo.

Regierungen suchen das Glück

Die britische Regierung will einen statistischen Glücksindex einführen und damit regelmäßig die persönliche Zufriedenheit der Bevölkerung messen. Start der Erhebungen soll im Frühjahr sein. Geplant ist, die Ergebnisse als Grundlage für politische Entscheidungen heranzuziehen.
Idee aus Bhutan
Die Idee der Glücksmessung gibt es auch in Bhutan. Dort war im Jahr 2008 vom "Bruttonationalglück" in Anlehnung an das Bruttosozialprodukt die Rede.
Die Idee, den Status eines Landes nicht nur an ökonomischen Maßstäben zu messen, fiel gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise mehreren Orts auf fruchtbaren Boden. Denn auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigte vergangenes Jahr an, die Zufriedenheit der Bevölkerung als Gradmesser in die wirtschaftlichen Berechnungen einzubeziehen.
Europa müsse mit gutem Beispiel vorangehen und sich von der herrschenden „Zahlengläubigkeit“ lösen. Der Klimawandel und eine Reform des Kapitalismus seien mit der „Religion der Ziffern“ und der „Religion des Marktes“ nicht zu lösen, so Sarkozy.

Quelle: ORF