Ein Text dazu (Gutmann, Rogner, Zotter)

Es ist falsch die jetzigen Entscheider als gierig zu verteufeln. Die haben nur perfekt ihren Job gemacht. Mit möglichst wenig Risiko in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Gewinn zu machen war der Auftrag. Darauf wurden sie in den Eliteschulen getrimmt. Das haben sie umgesetzt. Sowohl Ausbildung als auch Auftrag dazu haben sie von uns erhalten.

Es ist genauso falsch von uns eben von diesen Entscheidern eine Lösung der jetzigen Situation zu verlangen. Gar die Erfindung eines neuen Systems. Das ist unter diesen Voraussetzungen unfair. Das kann und wird kein funktionierendes Ergebnis bringen.

Ist ein Mensch krank, so wissen wir heute, müssen wir diesen ganzheitlich therapieren. Wollen wir als Mensch gesund sein, müssen wir ganzheitlich leben den Körper, den Geist und das soziale Umfeld (die Seele) gleichermaßen berücksichtigen.

Wäre es nicht an der Zeit dieses System der Ganzheitlichkeit auch auf die Wirtschaft anzuwenden? Wer ist in der Finanz-, Wirtschaftswelt und in der Politik der Experte für den Geist und die Seele? Gibt es einen Wirtschaftsphilosophen? Einen Finanztheologen? Sind wir ohne diese Experten nicht gezwungen nach den alten Mustern nur den Körper zu therapieren? Den Organismus weiter künstlich am Leben zu erhalten und zu überlasten bis er endgültig und unwiderruflich zusammenbricht, um dann auf diesem Kadaver wieder von Neuem zu beginnen? Tappen wir nach Jahrtausenden der Menscheitsgeschichte noch immer in diese selbe Falle?

Therapeutisch wäre jetzt Reinigung angesagt. Das Auswerfen von Giften und Schlacken. Das geht natürlich einher mit Entzugserscheinungen und ist kein angenehmer Prozess für einen Organismus. Falsch wäre es die im Rahmen der Krise zum Vorschein kommenden Gifte im Körper zu belassen, wo sie weiter Schaden anrichten. Vielmehr gehören diese ausgeleitet, abgeführt und ausgekotzt, eitrige Wunden ausgewaschen und auch einmal ein nicht zu rettender Teil sauber abgetrennt.

Geschieht das jetzt wirklich mit aller Konsequenz? Oder werden nicht gerade stinkende eitrige Wunden dick mit wohlriechenden deckenden Salben beschmiert? Faulende Gliedmaßen schnell und in Panik mit neuen Kleidern bedeckt? Die Dosis der Medikamente erhöht?

Ohne konsequent Reinigung ist unser Organismus in diesem jetzigen Zustand über Kurz oder Lang wohl zum sterben verurteilt. Beginnen wir also damit unser System zu waschen. Innen wie außen. Es sind die Entscheider, die zuerst der Waschung bedürfen. Nur mit sauberen Händen werden sie in der Lage sein ein neues weißes Bett zu beziehen. Nur aus der Perspektive der Reinheit lässt sich auch der Schmutz und Dreck erkennen.

Vor nicht all zu langer Zeit hatte das in Japan durchaus Tradition. Die Wirtschaftselite zog sich da für einige Tage zur geistig, körperlichen Reinigung und Selbstreflexion als Mönche auf Zeit in die Klöster zurück. Ein nicht uninteressanter Ansatz. Es würde sich lohnen das aufzugreifen und frei von religiösen Dogmen weiterzuentwickeln und zu institutionalisieren.

1 Kommentar:

  1. ein link - für interessierte:
    http://www.malik-mzsg.ch/corporate/htm/1290/de/Malik_Management_Mail_-_Ausgabe_33_-_30.01.2009.htm

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